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IHK | Wirtschaft in der TechnologieRegion Karlsruhe

23.08.2001 Badische Neuesten Nachrichten (BNN)

VNR täglich: So können Sie von der Unordnung anderer ganz gut leben

Lesen Sie heute:
++ So können Sie von der Unordnung anderer ganz gut leben
++ Download: Welche Neuregelungen treten Anfang 2003 in Kraft?
++ Portosenkung 2003: Die neuen Preise für Briefe und Postkarten
++ Steuern: Anhebung der Dienstwagenbesteuerung verschoben


Liebe/r Leser/in,

wer glaubt, die elektronische Datenverarbeitung hätte den Papierverbrauch reduziert, der irrt gewaltig: Der Papierumsatz soll sogar weltweit um fast 70 Prozent allein seit 1996 gewachsen sein. Noch nie wurde so viel Papier bedruckt wie heute. Ob nun im Privathaushalt oder im Unternehmen: Die Papierflut scheint kaum noch beherrschbar. Einige findige Zeitgenossen haben das Problem erkannt und bieten mittlerweile kommerziell das Sortieren von Papierstapeln gegen feste Honorarsätze an.

Solche Sortierer kann man über das Internet oder telefonisch für den Privathaushalt oder das Unternehmen buchen. Sie kommen gerne, wenn auf dem Schreibtisch und im Aktenschrank des Kunden endgültig "Land unter" ist; beispielsweise die 47-jährige gelernte Bürokauffrau Ingeborg Arend aus Düsseldorf (Firmenname: "A&O für Privat und Büro"). Sie hat sich Anfang 2001 als Profi-Sortiererin selbstständig gemacht. Die ordnungsliebende Düsseldorferin arbeitet heute für Ärzte, Lehrer, Existenzgründer, mittelständische Unternehmer, aber sie geht auch Sparkassen zur Hand, damit deren Ablage wieder stimmt.

Für die Stunde berechnet die Ordnungsfee aus dem Rheinischen 45 EUR die Stunde; bzw. pauschal 200 bis 300 EUR pro Umzugskarton "Rohmaterial". Der jeweilige Chaos-Grad der Kartonfüllung bestimmt den exakten Endpreis. Bereits acht Monate nach dem Start ihres Sortierdienstes hatte Ingeborg Arend nach eigenen Angaben einen monatlichen Umsatz von 2.500 bis 3.000 EUR erreicht. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass diese Dienstleister in der Regel mit relativ geringen Overheads arbeiten.

Die Gründungsinvestitionen für einen Sortierdienst sind überschaubar: Telefon, Fax, PC, Scanner, Drucker, Locher, Schere und Leimtopf sind bereits die wesentlichen Anschaffungen. Im Prinzip lässt sich der Job auch daheim am Wohnzimmertisch erledigen. Dennoch sollte man zumindest ein Auto besitzen, um das Rohmaterial beim Kunden abholen zu können. Spezifische Vorkenntnisse sind nicht unbedingt erforderlich. Wer für Firmen arbeitet, sollte indessen zumindest über gute kaufmännische Grundkenntnisse verfügen.

Kerstin-M. Zahrndt aus Karlsruhe ( www.buerochaos.de) ist zweite Vorsitzende im "Verein für Büroorganisation und Büroordnung e.V.". Der Verein bietet eintägige Schulungen für gründungswillige Sortier-Anfänger in seinem drei Zentren (Hamburg, Düsseldorf, Karlsruhe) an. Die Pionierin unter den Sortierunternehmen hält diesen Dienstleistungszweig im ordentlichen Deutschland für ausbaufähig. Im deutschen Nationalcharakter liegt aber nach ihrer Einschätzung auch ein ernsthaftes Hemmnis für den neuen Dienstleistungszwang begründet. Viele schämten sich schlichtweg, ihr Bürochaos offen Fremden gegenüber einzugestehen.
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Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag.

Ihre
Sabine Olthof
Redaktion VNR
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